Adonispfad Turtmann – Zwischen goldenen Blüten

Auf der Suche nach Wanderwegen bin ich kürzlich auf den Adonispfad gestossen. Der Name kommt vom Adonisröschen, das nach dem griechischen Gott der Schönheit benannt ist. Das Adonisröschen steht unter Schutz, man darf es also weder pflücken noch beschädigen. Es gibt nämlich nur wenige Standorte in der Schweiz, an denen dieses besondere Röschen blüht. Die Blütezeit ist etwa von Ende März bis Anfang Mai.

Ich gehe also heute nach Turtmann, um dort die Rundwanderung anzutreten. Zuerst muss ich vom Bahnhof bis ins Dorf laufen, bis ich bei der Kirche die Wanderschilder finde. Da es eine Rundwanderung ist, kann man zwischen zwei Richtungen wählen: entweder über Kreuzhügel oder über Kastleren. Ich entscheide mich für Kreuzhügel und hoffe, dass der Abstieg später nicht zu steil sein wird.

Schon nach den ersten Metern geht es steil hinauf. Zum Glück hat es auf dem Weg nach oben genug Bänke, um die Aussicht zu geniessen und sich kurz zu erholen. Da es gerade Mittag ist, kommt mir das sehr gelegen. Mein Blutzucker ist auch im Keller, also setze ich mich in die noch angenehme Sonne und geniesse eines der zwei Sandwiches, die ich mir gemacht habe. Da ich weiss, dass ich noch eine Weile bergauf laufen werde, warte ich noch mit dem Insulin, auch weil mein Wert jetzt schon ziemlich grenzwertig ist.

Nach der Stärkung gehe ich gemütlich weiter. Der Weg führt über einen Bach hinauf, und schon bald werde ich mit einem Feld voller Adonisröschen belohnt. Manche sind noch ganz jung, grün in der Mitte und goldgelb leuchtend, andere sind bereits am Verblühen und zeigen weisse Strähnen in den Blütenblättern. Wirklich eine wunderschöne Blume. Den Namen hat sie auf jeden Fall verdient.

Die Aussicht unterwegs ist wirklich schön. Kurz bevor man Unterems erreicht, hat man einen wunderbaren Blick auf Eischoll – besonders jetzt im Frühling, mit den weissen Bergspitzen und den grünen Wiesen. Ich liebe das. Auch der Blick ins Tal und auf die Felswand, die man sonst von der Gondel aus bewundern kann, ist vom Wanderweg aus herrlich. Kurz bevor ich in Unterems ankomme, entdecke ich ausserdem noch einige wenige Lichtblumen, die eigentlich eher von Februar bis März blühen.

Ich nutze die Pause, um mit meiner Glaskugel und der Kamera ein wenig zu spielen. Die Kugel habe ich von meiner Mutter geschenkt bekommen. Bisher habe ich noch nicht viel damit angestellt, aber das wird sich sicher ändern. Es hat richtig Spass gemacht, auch wenn dabei nicht viel Sinnvolles herausgekommen ist. Aber genau darum geht es ja manchmal gar nicht.

Der Abstieg ist tatsächlich sehr angenehm. Ich habe mich am Anfang also für die richtige Richtung entschieden. Auf dem Weg nach unten sind viele Bäume herausgerissen. Der späte Winter im April 2025 spürt man hier noch deutlich. Am Ende komme ich wieder bei der Kirche an und gehe gemütlich zurück zum Bahnhof. Und während ich dort auf den Zug warte esse ich noch mein zweites Sandwich.

Ein Blick auf meinen Blutzuckerwert zeigt mir, dass ich wieder richtig gehandelt habe. Dazu muss ich sagen, dass ich momentan Kurkuma in mein Essen integriere, was sich bei mir positiv auf den Blutzucker auswirkt. Wer ebenfalls Typ-1-Diabetes hat, sollte damit aber vorsichtig sein – jeder Körper reagiert anders.

Für mich war es genau die richtige Wanderung für einen Frühlingstag: nicht zu lang, voller schöner Ausblicke und mit einem kleinen Blumenwunder am Wegesrand.

Zusammengefasst

⏳️ Dauer: 3-4 Stunden ohne Zugfahrt
💸 Budget: Zugticket retour 10.20 CHF
✨️ Highlight: die Adonisröschen
🚄 Anreise: mit Zug ab Brig etwa 20min.
👍🏼 Lohnt sich für: Es lohnt sich auf jeden Fall für die Adonisröschen (Ende März-Anfang Mai), aber auch für die Aussichten.
💡  Tipp: Wer nicht gerne steil nach unten geht, startet besser über Kreuzhügel.

Eine Antwort zu „Adonispfad Turtmann – Zwischen goldenen Blüten“

  1. Freut mich, dass du die Kugel wieder gefunden hast und jetzt einsetzt!

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